Abschlußbericht

Studienzeit 1998 an der Univ. of Queensland, Brisbane

Ralf Kohl


Inhaltsverzeichnis

Vorwort und Dank

1. Einleitung

2. Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

2.1 Visum
2.2 Vorbereitung des Projekts
2.3 Antrag zum Studium an der UQ

3. Verlauf des Studiums

3.1 Situation an der Universität
3.2 Die Kursauswahl

4. Allgemeine Situation am Studienort

4.1 Klima, Lage und Leben
4.2 Organisatorische Aufgaben vor Ort

5. Wissenschaftliche Gesamtbewertung

6. Persönliche Gesamtbewertung

Anhang

Adressen
Abkürzungen
Buchtip


Vorwort und Dank

Die Studienzeit an der University of Queensland war eine Bereicherung, die meinen Studien der Pädagogik (Diplom) und meiner persönlichen Erfahrung zugute kam. Während der Planungsphase entschied ich mich für die University of Queensland in Brisbane, Australien. Eine Entscheidung, die sich bewährt hat. Die University of Queensland wurde 1998 zur besten Universität des Jahres gewählt. Mein Abschlußbericht zum Stipendienprogramm des DAAD behandelt die persönlichen Erfahrungen und aktuellen Informationen, die hilfreich sein können um einen Aufenthalt in Brisbane zu planen und durchzuführen.
Mein Dank geht an Frau Fehrenbach und Frau Schega vom DAAD, die jederzeit hilfsbereit waren und mit Rat und Tat zur Seite standen. Weiterhin danke ich allen anderen Mitarbeitern, die mit der Bearbeitung beschäftigt waren und die dieses Stipendium und somit den Aufenthalt möglich gemacht haben. Auch an die Mitarbeiter der Hapag-Lloyd Geschäftsreise GmbH ergeht mein Dank für ihre Kooperation und Hilfsbereitschaft.

1. Einleitung

Der vorliegende Abschlußbericht behandelt die Vorbereitung des Auslandaufenthaltes, den Verlauf des Studiums, die Situation am Studienort, eine wissenschaftliche und persönliche Gesamtbewertung.
Die Vorbereitungsphase erstreckte sich über neun Monate und es galt einige Hürden zu überwinden, die aber Dank der freundlichen Unterstützung und Hilfe von allen Seiten zu meistern waren. Der Verlauf des Studiums an der Gastuniversität war insgesamt positiv zu bewerten und ergänzte sinnvoll das Studium in Regensburg. Die Situation vor Ort und das Leben in Brisbane war interessant und abwechslungsreich, hat interkulturelle Erfahrungen ermöglicht und die Stadt hat ein breitgefächertes kulturelles Angebot bereitgehalten. Zu bemerken ist jedoch, daß die Studienbedingungen verschieden sind von denen an deutschen Hochschulen. Es gibt einige Vorteile, aber auch einige kritische Aspekte. Die persönliche Gesamtbewertung ist jedoch absolut positiv, sowohl auf das Studium bezogen, als auch auf den persönlichen Erfahrungswert.

2. Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Wie bereits erwähnt erstreckte sich die Planungsphase über neuen Monate hinweg, was sich fast als zu kurz erwiesen hat. Der DAAD gibt einen durchaus angemessenen Zeitraum von 1,5 Jahren an. Günstig haben sich im meinen Fall die bestehenden Kontakte zur Gastuniversität ausgewirkt, so daß ein Großteil von Informationen bereits vorhanden waren. Die übrigen Probleme und Hindernisse waren aufgrund der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der zuständigen Mitarbeiter von den verschiedenen Anlaufstellen (wie z. B. Botschaft, TOEFL-Test oder Arzt) relativ einfach zu bewältigen.

2.1 Visum

Ein Jahresvisum für Studenten ist relativ einfach erhältlich. Allerdings ist für ein Jahresvisum eine amtsärztliche Untersuchung notwendig, die bei einem autorisierten Arzt stattzufinden hat. (Eine entsprechende Ärzteliste liegt den Botschaftsunterlagen bei) Die Kosten betragen 390 DM für das Visum und etwa 200 DM für die Untersuchung, die nicht von der AOK erstattet werden, wohl aber von einigen privaten Krankenkassen. Die ärztliche Unterlagen werden in der Regel vom Arzt an die Botschaft weitergeleitet. Die Bearbeitungsdauer des Visumantrages schwankt zwischen 4-8 Wochen. Im Normalfall sind von der Botschaft nur schriftliche Anfragen erwünscht, aber in dringende Fälle werden auch vorrangig und telephonisch behandelt.

2.2 Vorbereitung des Projekts

Zur Vorbereitung meines Aufenthaltes habe ich an der Konferenz 'Hochschulreform in Deutschland und Australien: Herausforderungen für das 21. Jahrhundert' teilgenommen. Sie fand vom 20. bis 22. Januar 1998 in Potsdam statt. Aufgrund der außerordentlichen Situation wurde mir die Teilnahme ermöglicht und eine besondere Konferenzgebühr eingeräumt. Zur weiteren Vertiefung des Gebietes habe ich entsprechende Literatur in der Bibliothek studiert.

2.3 Antrag zum Studium an der UQ

Ich habe ein Antragsformular, daß den Informationsunterlagen beigefügt war, an die Universität zurückgeschickt und eine Kurzinformation über meinen Studiengang und das gängige Notensystem beigefügt. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich sämtliche Korrespondenz mit der UQ per E-Mail abgewickelt, was wesentlich schneller und unkomplizierter gewesen ist.

3. Verlauf des Studiums

Der Verlauf der zwei Auslandssemester war positiv und hat sich auch in meine Gesamtstudien hervorragend eingefügt. Die Studienstruktur ist nach dem Credit Point System aufgebaut und weitgehend verschult.

3.1 Situation an der Universität

Die UQ liegt im Stadtteil St. Lucia, ca. 8 Km vom CBD entfernt. Die Universität ist eine der traditionsreichsten in Australien und wichtiges Zentrum in Forschung und Lehre. Überdies wurde sie in diesem Jahr zur Universität des Jahre in Australien gewählt. Die UQ gehört zu den acht größten Unis im Lande und betreut internationale Studenten aus über 80 verschiedenen Ländern seit fast fünfzig Jahren. Der größte Campus ist St. Lucia, aber sie besitzt auch einen Campus in Gatton und mittlerweile einen weiteren in Ipswich.

3.2 Die Kursauswahl

Im ersten Semester habe ich vier Kurse belegt, im zweiten vier weitere. Die Struktur des Studiums ist anders, was mich einige Eingewöhnungszeit gekostet hat. Während der Vorlesungen herrscht rege Interaktion zwischen dem Dozenten und den Studenten. In Seminaren ist wesentlich stärker die eigene Meinung und die eigene Erfahrung gefragt. Um die Kurse erfolgreich zu belegen ist meistens eine Hausarbeit, ein Referat und eine abschließende Prüfung verlangt. Die Hausarbeiten schwanken in der Länge von 500 bis 3000 Wörtern. Im folgenden die Kurse und eine kurze Beschreibung:

SW 207 - Australian Social Policy

Überblick über die historischen, sozialem ökonomischen und kulturellen Prozesse, die die Entwicklung australischer Sozialpolitik beeinflussen. Ein weit gefaßter Ansatz zur theoretischen und ideologischen Analyse der Entwicklung von Sozialpolitik und Wohlfahrtsstaat.

SW 225 - Social Frameworks: Observations, Beginnings

Einführung in die Rahmenbedingungen für 'Social Work'. Ermutigung zur kritischen Reflexion der eigenen Sichtweise von Gesellschaft und der eigenen Person. Aufdeckung von Einflüssen in der Entwicklung von Beziehungen zur sozialen Umwelt.

ID 215 - Australian Studies

Dies Veranstaltung untersucht die Eindrücke, die Politik, die Mythen und Legenden von und über Australien im 20sten Jahrhundert durch eine Retrospektive auf das koloniale Australien, den ersten Weltkrieg, die Depression in den 30ern, die 'Swinging Sixties' und die nervösen 90er.

ED 203 - Culture, Mind & Difference

Einführung in historisch und zeitgenössische Sichtweisen des Denkens. Untersuchung des Denkens als individueller und kollektiver Prozess und den Folgen für Lehren und Lernen.
Schwierig war am Anfang das Halten von Referaten und Diskutieren in der Fremdsprache. Dies hat sich aber im Laufe der Zeit verbessert. Die Kurse SW 207 und SW 225 sollten mir Einblicke in den Australischen Wohlfahrtsstaat verschaffen. ID 215 hat Eindrücke über Australien vermittelt und ED 203 hat Lehr- und Lernforschung behandelt. Im zweiten Semester habe ich meinen Schwerpunkt etwas verlagert und Kurse gewählt, die im Nebenfach von mir belegt werden.

ID 226 - Business Economics

Dieser Kurs behandelt ökonomische Prinzipien. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Verknüpfungen von Ökonomie und Management in Bereichen wie Marketing, Geschäftsstrategien und betriebliches Verhalten.

SO 105 - The Social World: Introduction to Society and Culture

Es soll grundsätzliches Wissen über die Soziologie vermittelt werden. Im einzelnen werden verschiedene Ansätze des soziologischen Denkens behandelt, Formen soziologischer Methodologie, die Charakteristika zeitgenössischer Gesellschaften und die Richtung sozialer Veränderung.

SO 248 - Australia into the 21st Century

Dieser Kurs behandelt die markanten Veränderungen, die in der Australischen Gesellschaft, aber auch anderswo stattgefunden haben. Diese Veränderungen sind als Folge von Globalisierung in den sozialen, kulturellen, ökonomischen und politischen Bereichen der Gesellschaft zu sehen.

ID 202 - Aboriginal and Torres Strait Island Approaches to Knowledge

Ein interdisziplinäres Fach, das die Ansätze zu Lernen und Wissen er Ureinwohner im traditionellen Kontext untersucht. Ein weitere Schwerpunkt behandelt die Interaktion von traditioneller und westlicher Kultur in diesem Zusammenhang.
Die Kurse ID 226, SO 105 und SO248 ergänzen meine Nebenfächer BWL und Soziologie. Der Kurs ID 202 ist als interdisziplinärer ergänzender Kurs gedacht, auch um die Kultur des Gastlandes näher kennenzulernen.

4. Allgemeine Situation am Studienort

Das multikulturelle Brisbane ist mit ca. 1,4 Millionen Einwohnern die drittgrösste Stadt Australiens. Die Stadt selbst wird durchflossen vom 'Brisbane River', der zu vielen Wassersportaktivitäten einlädt. Ursprünglich wurde Brisbane in den 1820ern als Sträflingsstadt geplant.

4.1 Klima, Lage und Leben

Brisbane ist die Hauptstadt von Queensland und liegt an der südlichen Grenze des Staates an der Ostküste Australiens. Im Norden erstreckt sich der Großraum 'Sunshine Coast' und im Süden befindet sich die 'Gold Coast', welche zu New South Wales gehört.
Brisbane liegt im subtropischen Klimabereich mit heißen Sommern (durchschnittliche Temperaturen im Januar 29 Grad und min. 21 Grad, Luftfeuchtigkeit 61%, Regen 162 mm) und milden Wintern (durchschnittliche Temperaturen im Juli max. 20 Grad und min. 9 Grad, Luftfeuchtigkeit 53%, Regen 57mm). Die mittlere Sonnenscheindauer beträgt ganzjährig 7,5 Stunden pro Tag. Die Regenzeit dauert von Januar bis März. Es empfiehlt sich die Mitnahme von viel Sommerbekleidung, aber auch einigen wärmeren Stücken für die Winterzeit.
Der Lebensstil im multikulturellen Brisbane ist entspannt. Die Menschen schätzen das Leben in einer Stadt, die groß genug ist, um interessant zu sein, aber auch klein genug, um freundlich zu sein. Insgesamt entsteht der Eindruck, daß die Uhren in Brisbane 'etwas langsamer laufen'. Die Lebenshaltungskosten sind in der Regel etwas niedriger als in Deutschland. Mieten sind niedrig und in Restaurants läßt sich günstig essen gehen. Die Preise für Hauptgerichte liegen zwischen 8 und 17 Dollar. Für Selbstversorger ist eine Preisliste von Lebensmitteln bei Woolworth aufgeführt (Stand Mai 1988).

6 Eier = 1,71
1kg Tomaten = 2,99
500gr. Honig = 2,08
2l Milch = 2,33
500gr. Margarine = 1,97
1l O-Saft = 2,25
500gr. Spaghetti = 0,79

Der öffentliche Nahverkehr hat sich in den letzten Jahren verbessert und ist nun gut ausgebaut. Es stehen Bus, S-Bahn und Fähren zur Verfügung. Der Großraum Brisbane ist in Sektoren und Zonen unterteilt wofür man Einzelfahrscheine, Wochen-, Monats- und Studententickets erwerben kann. Die Tarife, Busstrecken und Fahrpläne haben sich leider einige Tage vor meiner Abfahrt geändert, so daß ich hierzu keine aktuellen Erfahrungen habe. Alternativ zum öffentlichen Nahverkehr bietet sich der Kauf eines Privat-PKW an. Fahrzeuge in brauchbaren Zustand sind in der Regel ab 1000 AUD zu erhalten. Eine Mitgliedschaft im ADAC ist sinnvoll, da die Mitgliedschaft im RACQ beinhaltet ist ( nur eine Mitteilung vor Ort ist nötig).
Das Fahrrad bietet keine wirkliche Alternative, denn die Entfernungen sind relativ gross und die Benutzung ist äußerst gefährlich. Brisbane bietet zwar über 300 Km Radwege an, aber diese schaffen keine günstigen Verbindungen zwischen den Vororten und sind eher eine Alternative für den ''Freizeitradler''. Es sei angemerkt, daß in Australien Helmpflicht besteht. Bei Zuwiderachtung droht eine Geldstrafe von 30 AUD.
Brisbane bietet außerdem ein vielfältiges kulturelles Leben in Zentren wie South Bank (ehemaliges Expo '88 Gelände), Queensland Performing Arts Centre (Theater und Konzerte), Cement Box (Studententheater und Kleinkunst an der UQ) und dem Stadtteil Fortitude Valley (alternative Kunstszene). Die CBD bietet einige große Kinos. Alternativ gibt es einige Kinos, die kleinere Produktionen zeigen auf der George Street (Dendy) und im West End (Village Twin).

4.2 Organisatorische Aufgaben vor Ort

Besonders in den ersten Tagen und Wochen nach der Ankunft in Australien gibt es einige Dinge und Angelegenheiten zu regeln.
Physisch und psychisch belastend ist die Zeitumstellung zu Dtl (Jet-Lag). Wenn ausreichend Zeit zur Verfügung steht sollte man sich langsam and die neuen Verhältnisse anpassen. Wenn nicht, dann empfiehlt es sich den neuen Rhythmus so schnell wie möglich anzunehmen.
Die Wohnungssuche ist einfach, da die Mietverhältnisse auf Wochenbasis bestehen, Mietzahlungen im Zwei-Wochen-Turnus erfolgen und daher auch Wohnungen kurzfristig frei werden. Für möblierte Zimmer sind zwischen 80 und 110 AUD pro Woche zu veranschlagen. Unmöblierte Zimmert sind ab 50 AUD pro Woche erhältlich. Die Studentenwohnheime auf dem Campus der UQ berechnen ca. 200 AUD pro Woche, aber stellen alle Mahlzeiten und sind verantwortlich für die Raumpflege. Mietzahlungen erfolgen gewöhnlich alle zwei Wochen im voraus und zusätzlich wird eine Kaution in Höhe von zwei Wochenmieten fällig. Für die Wohnungssuche empfiehlt es sich die Tageszeitung 'Courier Mail' zu kaufen oder den 'Accommodation Service' der Uni aufzusuchen. Dort ist man gerne bereit bei der Wohnungssuche behilflich zu sein und es wird sogar ein Fahrservice bereitgestellt. Die Häuser sind meist aus Holz gebaut. Jedoch gibt es auch Ziegelhäuser mit ''europäischem '' Komfort. Meistens sind keine Heizungen eingebaut, so daß die Räume nachts stark abkühlen können.
Die Eröffnung eines Kontos in Brisbane ist in jedem Falle nützlich. Dies ist mit der Vorlage eines Personalausweises oder Reisepasses schnell und problemlos möglich. Es sollte nach Sonderkonditionen für Studenten gefragt werden. Die Mitnahme von Bargeld in kleinen Mengen ist für die ersten Tage nach der Ankunft sinnvoll. Besser sind Traveller Cheques (Thomas Cook oder American Express in der Landeswährung und kleiner Stückelung), da diese vor Diebstahl geschützt sind und in den meisten Geschäften auch als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Der Umtausch von Traveller Cheques ist meist nur in Banken (manchmal auch in Geschäften) möglich, wobei einige Banken dafür Gebühr verlangen. Kostenlos ist in jedem Fall der Umtausch bei der jeweiligen Geschäftsstelle der ausstellenden Gesellschaft. Im Laufe des Jahres ist es auch möglich geworden mit der EC-Karte (5 DM Gebühr bei der Sparkasse) oder der Eurocard (5 DMca. 1% von der Gesamtsumme) Geld vom Automaten abzuheben. In der Anfangszeit sind erhöhte Ausgaben für Mietkaution, Einrichtungsgegenstände und evtl. Nahverkehrsticket einzukalkulieren. Für das Studium ist mit dem Kauf von Büchern zu rechnen. Die Universität veranschlagt hierfür 250 AUD pro Semester in ihren Richtlinien.
Internationale Studenten sind bei der Medibank Private Overseas Healthcare versichert. Die Versicherung deckt aber keine chronischen oder bereits existierende Krankheiten und dentale Behandlungen ab. Schwangerschaften sind erst nach einem Aufenthalt von mehr als sechs Monaten versichert. Es ist daher sinnvoll, in einem dieser Fälle eine eigene Zusatzversicherung abzuschließen oder die Zusatzversicherung des DAAD in Anspruch zu nehmen soweit dies möglich ist. Die Arztpraxen am Campus rechnen direkt mit der Versicherung ab. Üblicherweise wird die Rechnung vom Patienten beglichen un d dann bei der Versicherung eingereicht.

5. Wissenschaftliche Gesamtbewertung

Das Projekt: Der inhaltliche Rahmen lautet 'Forschung und Dokumentation in den Bereichen Interkultureller Vergleich von und Interkulturelle Kooperation bei Qualifizierungsmaßnahmen.' Im wesentlichen beschränke ich mich hierbei auf das universitäre Hochschulwesen. Dieses thematische Konzept entstand im Zusammenarbeit mit Professor Dr. E. Prokop.
Die Studien für die Semester nahmen sehr viel Zeit in Anspruch, so daß relativ wenig Zeit für das Projekt zur Verfügung stand. Jedoch konnte ich im zweiten Semester die gewählten Kurse besser verwenden, so daß schlußendlich doch einige Bausteine zusammenkamen, die ich sehr gut verwenden kann. Die Dozenten kamen meinen Wünschen sehr entgegen. Dies war leider nicht der Fall im ersten Semester. Erfolgreich war auch die Arbeit in der Bibliothek, die umfangreicher und aktueller war. Der Grundgedanke, dieses Thema in der Diplomarbeit zu verwerten, ist nach meinen Erfahrungen durchaus realistisch und auch brauchbar.
Ziel des Aufenthaltes ist es, einen informelle und formelle Qualifizierung im Bildungsvergleich zu erlangen. Wichtige Eindrücke habe ich während der vergangenen Semester sammeln können. Die Zeit an der Gastuniversität ermöglicht Einblicke in das Studiensystem. Es wird mir dadurch ein aktueller Vergleich der beiden Hochschulsysteme möglich. Während des ersten Semesters habe ich mich mit dem Umbruch im Australischen Hochschulwesens in den späten 80ern und seinen sozial- und finanzpolitischen Ursachen beschäftigt. Die ähnliche Situation im zeitgenössischen Deutschland machte diese Thema besonders interessant. Während des zweiten Semesters habe ich mich ein wenig mehr mit der Gastuniversität und den aktuellen Zahlen und seiner Geschichte beschäftigt. Interessant war auch der Vergleich der Situation vor Ort mit der Diskussion der Konferenz 'Hochschulreform in Deutschland und Australien'. Ich hatte an ihr zur Vorbereitung auf meine Thema teilgenommen. Aufgrund meiner Teilnahme wurde ich kürzlich zur Gründungsveranstaltung des Deutsch-Australischen Netzwerkes e.V. eingeladen. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Austausch von Studierenden und Akademikern auf wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Basis zu fördern.
Abschließend zu meinem Auslandsaufenthalt möchte ich eine kleinere Arbeit von 15-20 Seiten schreiben, die ich Prof. Dr. Prokop zur Bewertung vorlegen werde.
Die Universität: Die Universität hat jede erdenkliche Hilfestellung geleistet, die nötig war. In den Kursen hat man sich leider sehr an das vorgegebene Kursprogramm gehalten, so daß ein Einfließen eigener Ideen nicht ohne weiteres möglich war. Die Dozenten und Angestellten der Universität waren jedoch hilfsbereit und hatten ein offenes Ohr für jedes Problem. Der Campus und die Einrichtungen waren auf modernsten Stand und das Studium verlief daher völlig ohne Schwierigkeiten. Besonders erfreulich fand ich den Zustand der Bibliothek, die wirklich keine Wünsche offenließ.

6. Persönliche Gesamtbewertung

Der Studienaufenthalt war mit Sicherheit ein einmaliges und beeindruckendes Erlebnis. Die zwei Semester sind im Fluge vergangen und das Jahr war hinlänglich, um sinnvoll im Ausland zu studieren, sich einzugewöhnen und ausreichend Erfahrungen sammeln zu können.
Besonders faszinierend und erlebnisreich waren die soziokulturellen Unterschiede, die sich im Laufe der Zeit auftun. Zum Beispiel war die Ruhe und Gelassenheit der 'Einheimischen' in jeder Lebenslage immer wieder aufs Neue bewundernswert. Im Anhang finden sich dazu Buchtips. Dabei sind lesenswerte Werke, die die Eigenheiten australischer Wohngemeinschaften zum Thema haben.
Insgesamt war die Zeit in Brisbane für mich und mein Studium eine Bereicherung. Auch im Englischen habe ich wesentliche Fortschritte erzielt. Für die Zukunft hoffe ich auch meine Erfahrungen mit anderen Interessierten und bereits dort Gewesenen teilen zu können.


Anhang

TEIL I: ADRESSEN

Australische Botschaft
Godesberger Allee 105
5175 Bonn
Tel.: (0228) 8103-0

International Student Support
5th Floor, Gordon Greenwood Building
The University of Queensland
St. Lucia, Qld, 4072

International Education Office
7th Floor, J. D. Story Building
The University of Queensland
St. Lucia, Qld, 4072
Tel.: +61 (7) 3365 1960
Fax: +61 (7) 3365 1794

Medibank Private
GPO Box 9999
Brisbane, Qld, 4000
Tel.: +61 (7) 3360 7206

National Australia Bank Limited
420 George Street
Brisbane, Qld, 4000
Tel.: +61 (7) 3234 6788
Fax: +61 (7) 3234 6791

RACQ
300 St. Paul's TCE
Fortitude Valley, Qld, 4006
Tel.: +61 (7) 3361 2406

Queensland Transport
GPO Box 1412
Brisbane, Qld, 4001
Service Centre: 202 Adelaide St, Brisbane, Qld, 4000
Tel.: +61 (7) 13 23 80

TEIL II: ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

AAA      Akademisches Auslandsamt
AUD      Australischer Dollar
ADAC   Allgemeiner Deutscher Automobilclub
CBD     Central Business District
Dtl        Deutschland
NSW     New South Wales
RACQ   Royal Automobile Club Queensland
UQ       The University of Queensland
Qld       Queensland

TEIL III: BUCHTIP