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Über den Auslandsaufenthalt an der
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GDay dear reader(s),
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Zu Beginn dieses Berichtes, der aufgrund der überaus reichhaltigen Erfahrungen, die ich während meines Aufenthaltes gemacht habe, ohne weiteres zu einem Roman ausarten könnte, ist dem DAAD und insbesondere auch dem Akademischen Auslandsamt der Universität Passau sowie Prof. Dr. Werner Beulke für die Arbeit und Mühe zu danken. Nach der Landung in Perth fuhren wir (3 Passauer Individuen) mit dem Taxi nach Currie Hall ins Studentenwohnheim, bei dem wir "time accomodation" beantragt hatten. Unglücklicherweise wurde uns die Ausgabe für das Taxi durch Abholen nicht erspart. Es stellte sich erst nach einiger Zeit heraus, daß die Taxifahrervereinigung in Perth und andere Betroffene sich wegen des Abholens der internationalen Studenten durch das International Office bzw. die jeweilige Fakultät beschwert hatten und die Univerwaltung nachgeben mußte. Dennoch kamen wir gut an und sind auch für die nächsten Tage in Currie Hall gut untergekommen, wo mit Verpflegung auszukommen war, die nach einiger Zeit recht eintönig anmutete. Die Zeit für die Wohnungssuche wurde jedoch zu einem etwas zu stressigen Unternehmen. Innerhalb von 5 Tagen eine neue Wohnung gefunden zu haben, erwies sich nicht als einfach. Von der UWA fühlte ich mich von Anfang an sehr gut betreut. Das lag zum einen daran, daß es normal war, sämtliche Personen, vom International Office Mitarbeiter bis hin zum Professor/Lektor, mit Vornamen anzureden. Zum anderen war es eine meiner Meinung nach beeindruckende natürliche Freundlichkeit, mit der mir immer wieder Hilfe angeboten wurde. Weiterhin gab es, nach Beantragung und aufgrund einer entsprechenden Fakultätsberechtigung, einen 24stündigen Zugang zum großen Computerlabor. Wie daheim konnte das nicht anmuten. Gar verwöhnt wurde man durch das "Commercial Centre" der Uni (Student Guild). Besonders und zugleich neu war das Angebot von drei Banken und einigen anderen Geschäften auf dem Campus. Mein erster Weg innerhalb der Uni führte mich zu Michael Gillooly, dem "Associate Dean" der Juristischen Fakultät. Ein sehr netter Mann, mit dem schon im Vorfeld der Reise guter Kontakt bestand und ich daher schon eine ungefähre Vorstellung hatte, was an der Universität im Bereich Recht für Studienfächer zur Debatte standen. Ich legte mich fest auf Torts (Bürgerliches Recht Unerlaubte Handlungen), Contract (Vertragsrecht) und Public International Law (Völkerrecht). Die Wahl der Studienfächer habe ich prinzipiell nie bereut. Tolle Aussichten gab es jedoch fürs Ende des Jahres eine 100%ige Prüfung für die Endnote in Public International Law. Eine weitere neue Erfahrung. Es folgte die "Orientation Week". Millie, Fiona und Daniel vom International Office begrüßten uns (u.a. Deutsche, Norweger, Schweden, Amerikaner, Kanadier) mit einem Frühstück. Anschließend gab es Vorträge über das Studium an der UWA, Erklärungen zum zu tätigenden Verwaltungsaufwand und eine Aufforderung an alle Nichtamerikaner, den Raum zu verlassen, da der amerikanische Konsul wünschte mit seinen Landsleuten zu sprechen. Alle anderen Nationen aber hatten es nicht nötig, über ihr Verhalten in Australien und die australische Gesellschaft belehrt zu werden, soll heißen kein weiterer Konsul mußte erscheinen. Drei Tage später war "ODay", der reguläre Willkommensgruß für alle UWA Studenten, angesagt. Auf einer riesigen Wiese und anderen Bereichen des Campus stellten sich sämtliche Klubs der jeweiligen Fakultäten ("Blackstone Society" für "Law") und des Recreation Centres (Sportzentrum) vor. Gegen Entrichten eines mehr oder weniger hohen Mitgliedsbeitrags und aufgrund sämtlicher Vergünstigungen bei sofortigem Eintritt trat ich in die "Blackstone Society" (es waren nur $10) und den "Outdoorclub" (Sportzentrum) ein. Ersterer verschaffte mir ziemlich schnell guten Kontakt zu Studenten, insbesondere zu höheren Semestern. Diese Kontakte sollten sich später bei Fragen als hilfreich erweisen. Mit Studenten aus dem ersten oder zweiten Semester gestaltete sich der Kontakt eher als schwierig. Oft bin ich da auf Abweisung gestoßen. Der Kontakt war oft recht oberflächlich und rein unibezogen. Den meisten Kontakt zu Beginn hatte ich bedingt mit internationalen Studenten (sehr zahlreich aus Norwegen, Schweden und den USA). Als in den ersten Wochen die Touren, Parties etc. des International Office stattfanden, hatte ich ausschließlich mit internationalen Studenten zu tun. Der Kontakt entwickelte sich danach fort. Dennoch versuchte ich mehr mit Australiern Kontakt aufzunehmen. Dies gestaltete sich aber wegen der obigen Gründe als sehr schwierig. Das eigentliche "Aussie Experience" gab es erst nach den ersten Reisen und allgemeinen Uniparties. Fiona und Millie organisierten eine sehr nette Busfahrt in die Umgebung der Uni bis hin zum Strand. Letztendlich landeten wir im Gefängnis von Fremantle (oder wie der Aussie sagt: "Freo"). Dort wurde uns ganz stolz der Raum gezeigt, wo "ACDC" als Gefängnisinsassen ihre ersten Auftritte hatten, bevor sie als Rockband groß rauskamen. Irgendwann war dann auch der Spaß mit Feiern, Vorstellen, Kennenlernen vorbei und die ersten Vorlesungen nahten. Mich beeindruckten im Lecture Theatre vor Beginn von Public International Law die vielen Laptops. Man kann sich kaum einen Laptop in einer deutschen Vorlesung vorstellen. Schon gar nicht scheint es vorstellbar, ein Aufnahmegerät direkt neben dem Professor überhaupt plazieren zu können, um sich die Schreibarbeit zu sparen. Einige Tage später fand das erste Tutorium im selben Fach statt und war unerträglich (nicht nur wegen der 40 Grad ohne Klimaanlage). Zur Entspannung fanden schon bald die ersten Kurse des Outdoorclubs in Kajak und Windsurfen statt. Insbesondere letzteres habe ich mit besonderer Vorliebe und bis zum Tag |
vor dem Abflug gleich neben der Uni auf dem Fluß und später auch auf dem Meer betrieben. Dieser Klub ist ein sehr angenehmer Begleiter gewesen. Gegen einen geringen Mitgliedsbeitrag konnte man sich vorhandene Ausrüstung ausleihen und es gab hier und da auch dienliche Hinweise und ein typisches "Aussie Experience". Unglaublich schön und ein richtiges "OutdoorExperience" war der "MidYear Trip" des Klubs. Es ging von Perth los und nordöstlich in die Weiten des Busches bis hin zum "Karrigini National Park". Ein äußerst interessante Kletter und Wandertour folgte. Dann ging es nach Broome in den Norden Westaustraliens und von dort die Westküste hinab nach Perth. Über 5000 km Fahrt im Kleinbus mit 21 Jugendlichen. Bei Übernachten unter freiem Himmel und Temperaturen, die zeitweilig die 0 Grad Grenze testeten, kam es unter den jeweiligen Bedingungen (nicht mehr allzuviel Sprit im Tank bzw. unnötiges Verschwenden der letzten Wasservorräte) oft einmal zum Ausruf eines "no worries, mate!". Spätestens nach der Tour hatte sich der erwünschte Kontakt entwickelt, der sich bis zum Ende des Jahres hielt und hoffentlich noch lange bestehen wird. Photos dazu sind auf der homepage des International Office der UWA zu sehen (sehr empfehlenswert). Auch wenn jedermann diese Beschreibung symptomatisch für Australien erscheinen mag, mußte ich dennoch viel Zeit in Hausarbeiten (3), tägliche Vorbereitungen und für Prüfungen investieren. Das australische Rechtssystem, welches ja bekanntlich ebenfalls auf Common Law basiert, ist derart verschieden vom deutschen Recht, daß es zunächst einer Grundlagenerarbeitung bedarf. Die fachspezifischen Fremdsprachenausbildung in Passau half nur geringfügig. Verwunderlich erscheint, daß während meiner Zeit in Australien dort 2 Semester vollbracht waren, als in Deutschland gerade mal das zweite angefangen hatte. Des weiteren leuchtete es mir nicht ein, warum ich für Perth ein Visum lediglich bis zum 25. Dezember ausgestellt bekam, während in Sydney und Melbourne es bis Mitte Januar bzw. Mitte März gewährt wurde. Das liegt aber, so habe ich mir sagen lassen, an der australischen Uni die, wie in Sydney, eine Bescheinigung ans "Immigration Office" ausstellt, in dem festgestellt wird, daß der Student nach dem Studium noch einige Zeit in Australien braucht. Sei es den Leuten von Herzen gegönnt. Jedoch bleibt es Studenten in Perth dann nur übrig, ein relativ teures Touristenvisum für Au$ 170 zu beantragen, weil in Deutschland das Semester eh angefangen hat und aufgrund von Erfahrungswerten kein Student sich so schnell wieder an Deutschland gewöhnt, daß er gleich voll ins Studieren einsteigt (abgesehen davon, daß derjenige sich oft im Urlaubssemester befindet und demzufolge grundsätzlich keine Leistungen erbringen kann). Die Unterschiedlichkeit der Semester in Dauer und Beginn, wie oben festgestellt, ist also ein Hindernis, wenn auch nur ein kleines. Aber die unterschiedlichen Anforderungen an das Studium in Deutschland und der grundsätzlich andere Aufbau sind nun einmal nicht zu ändern. Die Wichtigkeit des Austausches wird von deutscher Seite immer wieder betont. Jedoch wird dabei nach meinen Erfahrungen nicht gezögert, das Interesse der Australier an Austauschen als gering darzustellen. Da hört man von deutscher Seite "Wir können froh sein, daß wir (überhaupt) die Plätze in Australien haben." Sicher gehen nicht viele Leute von Australien nach Deutschland. Dies mag an der Entfernung liegen. Der Grund, so habe ich in Gesprächen in Australien herausgefunden, ist aber nicht, daß Deutschland nicht attraktiv ist, wie Deutsche häufig äußern. Vielmehr der Mangel an Ausbildung in Fremdsprachen bzw. das generelle Interesse Fremdsprachen (insbesondere Deutsch) zu lernen, wenn die Muttersprache eh Englisch ist, ist als Ursache anzuführen. In der juristischen Fakultät kannte fast jeder, mit dem ich Kontakt hatte, das Austauschprogramm. Es kamen fast immer sehr offene, aufgeschlossene Reaktionen und interessierte Äußerungen. Dies u.a. hat mir das Gefühl gegeben, daß der Wille der Australier ungebrochen ist, zumindest auf Perth bezogen, diesen Austausch aufrechtzuerhalten. Der Associate Dean versucht alles, um Leute zu "rekrutieren". Die Aufgabe für die Zukunft muß also lauten, das Interesse aufrecht zu erhalten, nicht zu versuchen, die Australier mit deutschen Gegebenheiten zu überzeugen. Mit der Weile wird sich auch in einem englischsprachigen Land die Notwendigkeit des Erlernens von Fremdsprachen durchsetzen. Zum Schluß bleibt nur zu betonen, daß die Förderung seitens diverser Institutionen sehr wichtig und notwendig ist, um das Studium dort durchzuführen. Eine Frage, die mir laufend von anderen ausländischen Kommilitonen gestellt wurde, sei dabei angebracht. Ich wurde gefragt, welche "credits" man denn daheim für das Studium in Australien bekäme. Meine Antwort lief regelmäßig auf "keine" hinaus oder auf die Bemerkung, daß man ein Seminarschein bekäme. Die nächste Frage folgte auf dem Fuß. Warum bist Du dann hier, Du verschwendest doch nur Deine Zeit!? Die Förderung sowie das Betonen der Wichtigkeit eines Auslandsstudiums, dachte ich mir, ist sicherlich nicht unberechtigt. Formal gesehen mag es aus Sicht der Studenten, die "credits" bekommen, einen Widerspruch geben zwischen der tatsächlichen Förderung und dem was man mit dem Studium tatsächlich in der Hand hat. Dennoch war das gesamte Studium sehr hilfreich. Es hat vor allem die Arbeitsweise verändert. Der Abschied von einer derartig aufgeschlossenen Bevölkerung und von allen Freunden viel mir sehr schwer. Alles in allem eine nicht zu hoch einzuschätzende Erfahrung, die ich nie vergessen werde. |
Cheers Marcus
Marcus Dittmann - Spitalhofstr.44 - 94032 Passau marjus@topmail.de