Betriebswirtschaft

Griffith University in Brisbane

Marco Kieserling


Marco Kieserling ( kieserling@hotmail.com) hat von Juli bis November 2003 BWL an der Griffith University in Brisbane am Nathan Campus studiert.

Zur Vorbereitung meines Auslandsaufenthaltes habe ich mich an das International Education Centre (IEC Online) in Berlin gewandt, die einen kostenlosen Informations- und Beratungsservice zu Studienmöglichkeiten und Sprachkursen im englischsprachigen Ausland bieten. Ich kann nur empfehlen, sich an diese oder eine andere Institution dieser Art zu wenden, da sie viel Erfahrung haben und bei dem aufwendigen Bewerbungsverfahren sehr hilfreich sind.

Uni/Studium

Die Griffith University ist eine von mehreren Unis in Brisbane. Der Nathan Campus ist der Hauptcampus mit ca. 10.000 Studenten. Die Universität ist sehr international und bietet eine große Bandbreite an Studienrichtungen und Kursen an. Näheres kann man in der Broschüre über die Uni nachlesen, die man sich im Internet bestellen kann.

Das Erste was einen natürlich interessiert, ist die Unterkunft. Hierbei gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: man kann "on-campus" oder "off-campus" wohnen. "On-campus"-Studentenwohnheime bieten den Vorteil, dass jeder Vorlesungssaal in 2 Minuten zu erreichen ist, die Zimmer einen Internet-Breitbandanschluss installiert haben und es relativ preisgünstig ist. Abstriche müssen dafür in Hinblick auf Komfort und Zimmergröße gemacht werden. Für ein Zimmer in einem dieser Studentenwohnheime kann man sich bei der Uni bewerben. Das Wohnen "off-campus" ist auch kein Problem, da sich im Umfeld der Uni viele Wohnungen finden, die dann häufig auch mehr Komfort und größere Zimmer bieten. Dafür kostet es auch mehr und die Wege sind länger. Zusammenfassend kann man sagen, dass beide Arten ihre Vor- und Nachteile haben, die letztendlich jeder für sich abwägen muss. Es gibt auf jeden Fall genug Wohnungen bzw. Zimmer so dass man keine Probleme hat, eine adäquate Unterkunft zu finden.

Die Immatrikulation wird hier online vorgenommen und läuft so ab, dass man sich in den ersten beiden Vorlesungswochen für bestimmte Kurse entscheiden muss, die man dann per Benutzername und Passwort bis zu einem bestimmten Termin auswählt. Überhaupt wird das Internet intensiver genutzt als bei uns, denn jeder Student bekommt von der Uni eine eigene Homepage ebenso wie auch jede Vorlesung eine eigene Homepage hat.

Das Semester dauert vier Monate, das sich in drei Monate Vorlesung und einen Monat Prüfungen unterteilt. In der Mitte dieser vier Monate gibt es eine einwöchige vorlesungsfreie Zeit, die praktischerweise zum Reisen oder Nacharbeiten genutzt werden kann. Die Note in einem Kurs setzt sich aus mehreren so genannten "assignments" zusammen. Im allgemeinen gibt es nach ca. fünf Wochen eine einstündige Klausur, nach ca. 10 Wochen eine Hausarbeit (meist in Form einer Gruppenarbeit) und am Ende des Semesters eine zweistündige Abschlussklausur. Die Gewichtung dieser "assignments" für die Endnote ist 20:30:50. Die Struktur der "assignments” kann je nach Studienrichtung und Kurs sehr unterschiedlich sein. Im wirtschaftwissenschaftlichen Bereich ist o.g. Struktur jedoch dominierend. Die Professoren bzw. "lecturers" sind sehr international und ausgesprochen hilfsbereit, wobei sie die Noten individueller und persönlicher vergeben, als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Diskutieren kann in dem ein oder anderen Fall durchaus von Nutzen sein.

Zum Freizeitangebot von Seiten der Uni lässt sich sagen, dass es sehr gut und abwechslungsreich ist und von unterschiedlichen Institutionen angeboten wird, vor allem in sportlicher Hinsicht. Bei jeder Art von Problemen oder Fragen ist das "International Office" der Uni eine hilfreiche Anlaufsstelle.

Stadtleben

Die Australier sind sehr freundlich und hilfsbereit, und in mancher Hinsicht auch zivilisierter als wir. Man wird in Australien nur selten eine pampige Reaktion bekommen, wenn man aus Versehen jemanden anrempelt; meistens hört man von beiden Seiten ein "sorry". Das Kulturangebot ist nicht mit einer deutschen Stadt entsprechender Größe zu vergleichen, aber für jemanden, der nicht jede Woche in die Oper, in ein Musical oder ein Theater gehen will, durchaus in Ordnung. Es finden sehr viele Veranstaltungen im Freien statt, was natürlich an dem ganzjährig guten Wetter in Brisbane liegt. Das Nachtleben eröffnet einem jede Menge Möglichkeiten, wie Discotheken und Studentenkneipen; da ist für jeden was dabei. Donnerstags ist Studententag, d.h. es gibt jede Menge vergünstigte Getränke. Die Restaurants sind sehr vielfältig und günstig, nahezu jede Landesküche ist vertreten. In den Einkaufszentren und Supermärkten gibt es alles was das Herz begehrt. Woolworths ("Woolies") ist die bevorzugte und wahrscheinlich auch beste Supermarktkette. Vor allem Fischliebhaber kommen auf ihre Kosten.

Reise

In Australien sollte man sich aufgrund der großen Entfernungen schon drei bis vier Wochen Zeit zum Reisen nehmen. Aber selbst bei einer Reise von vier Monaten kann man nicht alles sehen, was Australien landschaftlich zum wahrscheinlich abwechslungsreichsten Kontinent macht. Zum Pflichtprogramm gehören meiner Meinung nach auf jeden Fall Sydney, das Great Barrier Reef, Uluru (Ayers Rock), die Gold Coast und Perth. Auch der Kimberly Nationalpark im Nordwesten Australiens muss sehr eindrucksvoll sein, ist jedoch schwer zu erreichen und ich kenne ihn leider nur vom Hörensagen. In der Nähe von Brisbane gibt es den Australia Zoo, dessen Leiter Steve Irwin vielen aus dem Fernsehen als "Crocodile Hunter" bekannt ist. Dieser Zoo ist wirklich ausgezeichnet, es gibt jede Menge Tiere und die Fütterung der Krokodile ist sehr eindrucksvoll. Wenn man schon einmal in der Nähe ist, sollte man sich auch auf jeden Fall überlegen, einen Abstecher nach Neuseeland zu machen – die Natur dort ist es auf jeden Fall Wert.

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