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Ein Traum für Outdoor-Begeisterte University of Tasmania in Hobart Meike Meissner |
Meike Meissner (
m_meike@yahoo.de)
studiert Biologie und hat sieben Monate an der University of Tasmania
in Hobart verbracht.
Ich bin bereits zweimal in Australien gewesen, aber jedes Mal mehr oder weniger nur als Backpacker. Nun wollte ich die Möglichkeit eines Study Abroad-Aufenthaltes nutzen, um das Leben in Australien einmal mehr von der Seite eines „Bewohners“ her kennen zu lernen.
Ich
studiere Biologie und die University of Tasmania (UTAS) hat mich durch
ein für mich sehr interessantes Kursangebot in den Bereichen Zoologie
und Meeresbiologie und auch durch geringe Studiengebühren überzeugt.
Mir war vor dem Abflug doch recht mulmig zumute. Tasmanien ist nun doch etwas anderes als das Festland von Australien. Zudem wusste ich von keinem anderen Deutschen, der auch nach Hobart zum Studieren wollte. Wie ich später herausfand, waren wir dann auch insgesamt nur vier Deutsche an der Uni. Bei der Anmeldung im International Student Office fiel mir zunächst die große Zahl asiatischer Studenten auf. Glücklicherweise habe ich dann Elke Meinert von GOstralia! getroffen: ich freute mich über Gesellschaft und sie sich darüber, den ersten Tag eines Studenten an der Uni hautnah miterleben zu können.
Später stellte ich fest, dass die meisten Asiaten nur an Englischkursen teilnehmen. An ausländischen Studenten gab es sonst noch einige Dutzend Amerikaner, vier Skandinavier, vier Deutsche und vier Österreicher.
Die Tasmania University Union (TUU) bietet Studenten die Möglichkeit,
Zimmer in von ihnen angemieteten Häusern zu mieten. Man bekommt
auch vor Abflug nach Tasmanien mehr oder weniger von der TUU erzählt,
dass dies die einzige Möglichkeit sei, überhaupt eine Unterkunft
in Hobart zu bekommen. Die Bewohner der Häuser werden relativ willkürlich
zusammen gestellt und die Mieten sind im Vergleich zu privaten WG-Zimmern
enorm hoch. Es ist ein echter rip-off. Ich habe mich nicht darauf eingelassen
und mir stattdessen die Aushänge in der Uni angeschaut (die übrigens
in den ersten Semesterwochen extrem zunehmen). So habe ich auch gleich
am ersten Tag ein tolles Zimmer in einer australischen WG gefunden
Uni
Die Uni liegt im Stadtteil Sandy Bay und ist eigentlich sozialer Treffpunkt. Auf dem Campus findet man alles dafür Notwendige: Caféteria, kleine Mensa, mehrere Bibliotheken, Buchladen, Bank, Arzt, Sportanlagen, Reisebüro, Post, ein Laden (der so ziemlich alles hat), Bar und dann noch die Uni-Clubs für sämtliche soziale Angelegenheiten.
Die Dozenten (zumindest im Bereich Life-Science) sind wahnsinnig freundlich und offen. Das Verhältnis ist sehr freundschaftlich und bereits in den ersten Tagen wissen und behalten (!) sie deinen Namen. Man kann wirklich zu jeder Zeit mit allen Fragen und Problemen zu ihnen kommen. Ich glaube, Sprechstundenzeiten kennen sie gar nicht.
Bei den Kursen hat man zunächst oft das Gefühl, dass sie nicht zu anspruchsvoll seien. Das sollte man aber nicht unterschätzen. Es werden enorm viele Hausarbeiten, Referate, Protokolle und Aufsätze verlangt, und die Ansprüche der Dozenten bei der Bewertung sind alles andere als gering!
Computerräume sind zahlreich vorhanden und Studenten haben rund um die Uhr Zugang.
Study Abroad-Studenten haben gegenüber Austauschstudenten den Vorteil, von der Uni einen Gutschein für verschiedene Touren in Tasmanien im Wert von AUD 250,- geschenkt zu bekommen!
Außer natürlich in einer WG mit Australiern zu wohnen, ist
die beste Möglichkeit, Tassies kennen zu lernen, in den Uni-Clubs
mit zu machen. Diese decken alle möglichen Interessengebiete ab:
die Spannbreite reicht von Sportclubs (Climbing, Rafting, Sailing...) über
kursbezogene Clubs (Geography, Geology, Chemistry...) und den Cocktailclub
hin zum Discount-Club. Am einfachsten ist es, sich während der Orientierungswoche
am Clubtag zu informieren (bei den meisten gibt‘s fürs Beitreten
ein kostenloses Bier!). Die Clubs sind wirklich sehr gut ausgerüstet
und organisieren regelmäßige Treffen und Touren.
Ich selbst habe (unter anderem) mit Klettern angefangen, so dass ich
zweimal die Woche in der Halle und fast jedes Wochenende mit den Australiern
in Klettergebieten Tasmaniens unterwegs war. Eine super Möglichkeit,
die Insel kennen zu lernen.
Über aktuelle Veranstaltungen informiert „The Bull“, das unieigene Informationsblatt, das zwei- bis dreimal wöchentlich erscheint.
... in der ersten Woche eine eigentlich 1-wöchige Party. Jeden Tag gibt es Veranstaltungen, Partys, Konzerte, Trivials, ... unbedingt teilnehmen! Nur nicht vergessen: die Vorlesungen und Vorbesprechungen für Praktika finden trotzdem schon statt!!!
Tasmanien hat den Ruf, etwas zurück geblieben und langsam zu sein. Stimmt zum Teil, zum Teil aber auch nicht. Alles ist einfach viel entspannter, ruhiger, unkomplizierter. Das Motto „No worries, mate!“ trifft hier noch so richtig zu. Es hat einfach alles wahnsinnigen Charme!
Zum Ausgehen in Hobart geht man meistens zum Salamanca Place, der für seinen wöchentlichen Markt berühmt ist. In alten Lagerhäusern befinden sich hier Pubs, Cafés und andere Geschäfte. Ein Muss ist das legendäre Rectango, eine Open-Air-Veranstaltung mit Life Music, die jeden Freitagabend im Hinterhof des Salamanca Arts Centre stattfindet.
Hobart ist übrigens die zweittrockenste australische Hauptstadt. Die Temperaturen sind mediterran, nicht extrem heiß, aber auch nicht extrem kalt. Während Schnee auf dem Mt. Wellington (dem Hausberg von Hobart) keine Seltenheit ist, fallen die Temperaturen in Hobart im Winter eigentlich nicht unter 8-10 Grad. Gewöhnungsbedürftig waren am Anfang nur die fehlenden Heizungen in den Häusern. Aber auch das geht und ich muss zugeben, das ich seitdem viel abgehärteter bin, was deutsche Temperaturen angeht. Tasmanien ist eine faszinierende Insel. Es gibt wunderschöne einsame Strände, schneebedeckte Berge mit alpiner Vegetation, trockene Graslandschaften und uralte nasse, kalte Regenwälder. Dazu gibt es auf Tasmanien eine einzigartige Tierwelt, zu der auch der bekannte Tassie Devil gehört.
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind etwas spärlich, zumindest in den Abendstunden. Für Touren durch Tasmanien hält man sich am besten an die Tasmanier, die sehr viel in der Natur unterwegs sind, oder man mietet sich mit anderen ein Auto.
Wer sportlich ist, für den ist Tasmanien ein Traum, denn es gibt kaum etwas, was hier nicht möglich wäre: sailing, rock climbing, white-water rafting, surfing, skiing, snorkelling, scuba-diving, kayaking, bush walking, caving...
Hobart ist als Studienort auf jeden Fall zu empfehlen. Studiengebühren und Lebenshaltungskosten sind geringer als auf dem Festland. Weil alles etwas kleiner ist, bekommt man einen sehr guten und schnellen Kontakt zu den Australiern. Der Lebensstil ist entspannt und sowohl an der Uni als auch in Tasmanien generell herrscht eine sehr persönliche und freundliche Atmosphäre. Wer sich für Outdoor-Aktivitäten interessiert, der ist in Hobart richtig aufgehoben.
Nach Ende des Semesters konnte ich mich dann auch nicht von Hobart und meinen Freunden dort losreißen, so dass ich fast die gesamte restliche Zeit bis zum Abflug in Hobart verbracht habe, anstatt wie geplant in Queensland.
Wer jetzt Interesse bekommen oder noch weitere Fragen hat, kann sich gerne bei mir melden.