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„ein absolut unvergessliches
Erlebnis“ Study Abroad-Semester an der University of New South Wales in Sydney S. Köhne |
Am 18. Februar 2004 ging es nach langer Vorbereitungszeit endlich los. Mit Cathay Pacific flog ich von Frankfurt nach Sydney, wobei ich unterwegs noch einen zweitägigen Zwischenstopp in Hongkong gemacht habe.
Hongkong war wirklich sehenswert, besonders die Kontraste, die die Stadt bietet, waren faszinierend. Einerseits ist Hongkong eine ultramoderne Finanz- und Handelsmetropole mit einer atemberaubenden Skyline. Andererseits muss man nur ein paar Schritte gehen, um in eine ganz andere Welt einzutauchen. In schmuddeligen engen Gassen findet man dann z.B. die typisch chinesischen Garküchen und Märkte, auf denen man all die Dinge kaufen kann, die man schon immer mal essen wollte – Hühnerfüße oder Schlangen zum Beispiel.
| „Egal ob Kurswahl, Fragen zum Visum, Unterbringung von Wertsachen, Bescheinigungen oder irgendetwas anderes, die Leute von Study Abroad haben mir immer sehr nett weitergeholfen.“ |
Weitere neun Flugstunden später kam ich dann in Sydney an. Eine Wohnung hatte ich bereits vor dem Abflug organisiert. Das Study Abroad Office vermietet nämlich WGs an Study Abroad- Studenten, für die man sich schon bei der Einschreibung anmelden kann. Im Nachhinein war es allerdings ein Fehler, dieses Angebot anzunehmen. Die Miete war sehr hoch (mit Nebenkosten ca. 230,- AUD/Woche), das Haus war in keinem besonders guten Zustand, wir mussten uns mit 12 Leuten zwei kleine Bäder teilen, und es gab auch noch ein kleines Kakerlakenproblem... Zwar konnte ich nach einiger Zeit in eine bessere Wohnung von Study Abroad umziehen, die war allerdings auch nicht günstiger. Hinzu kommt, dass am Study Abroad Housing Program offenbar fast nur Amerikaner teilnehmen. Wer also etwas abwechslungsreichere Mitbewohner sucht, der sollte sich selbst um eine Wohnung kümmern. Wenn man zwei bis drei Wochen vor dem Semesterstart ankommt, sollte es eigentlich zu schaffen sein, auf dem freien Wohnungsmarkt noch ein preiswertes möbliertes Zimmer in Uninähe zu bekommen. Eine weitere Möglichkeit ist das Housing Office der Uni, das günstige Zimmer an australische und internationale Studenten vermietet.
Von den Problemen mit meiner Unterkunft mal abgesehen, kann ich über das Study Abroad Office aber sonst nur ganz viel Positives berichten. Direkt nach meiner Ankunft wurde ich vom Flughafen abgeholt, mit einem Welcome Package versorgt und zur Wohnung gebracht. Außerdem gab es zwei sehr lustige Orientation Days und auch viele Freizeitaktivitäten, die von Study Abroad organisiert wurden (z.B. eine Wine Tasting Tour, Besuch von Rugbyspielen, Bushwalking etc.). Das Study Abroad Office ist auch Anlaufstelle für alles, was man als ausländischer Student so erledigen muss. Egal ob Kurswahl, Fragen zum Visum, Unterbringung von Wertsachen, Bescheinigungen oder irgendetwas anderes, die Leute von Study Abroad haben mir immer sehr nett weitergeholfen.
Das Niveau der Vorlesungen, die ich in Sydney besucht habe, war deutlich niedriger als an meiner Heimatuni. Dabei hatte ich mir sogar Vorlesungen ausgesucht, die zu den anspruchsvollsten im Bereich VWL bzw. Informatik zählten und für das 4. Studienjahr gedacht waren. Auch von anderen internationalen Studenten habe ich immer wieder gehört, dass die Veranstaltungen an der UNSW um einiges einfacher waren als zuhause. Trotzdem ist die UNSW eine der renommiertesten australischen Universitäten. An anderen Unis in Australien wird es also vielleicht sogar noch etwas einfacher sein. Dass die Vorlesungen nicht so schwierig sind, bedeutet allerdings nicht, dass man wenig Arbeit damit hat. Anders als in Deutschland ist man in Australien praktisch während des gesamten Semesters mit Assignments, Mid Term Exams, Presentations, etc. beschäftigt. Am Semesterende gibt es dann Final Exams, die je nach Vorlesung zwischen vierzig und achtzig Prozent der Gesamtnote ausmachen. Der Arbeitsaufwand, den ich für meine Veranstaltungen betreiben musste, war aber zum Glück nicht so hoch, dass mir keine Zeit für andere Dinge blieb. Und gerade die machen ja ein Auslandssemester aus! Ich hatte also auch genug Zeit, um Sydney ausführlich zu erkunden (und da gibt’s ja so unglaublich viel zu sehen!) oder um Ausflüge in die Umgebung zu machen, z.B. in die Blue Mountains (super!), nach Canberra (kann man sich sparen) oder zum Wine Tasting in das Hunter Valley (cheers!). Und natürlich gab es auch jede Menge guter Partys, ob in den vielen Clubs und Bars in der City, auf dem Campus oder privat bei anderen Studenten.
Nachdem mein Semester in Sydney vorbei war, bin ich noch sechs Wochen durch Australien gereist. Zuerst die Ostküste hoch bis nach Cairns, danach ins Outback, noch für ein paar Tage nach Melbourne und wieder zurück nach Sydney. Diese Reise war eindeutig das Aufregendste und Beste an meiner ganzen Zeit in Australien und ich wäre gerne noch viel länger geblieben (wenn es mein Geldbeutel und das Rückflugticket erlaubt hätten). Allein was es alles an der Ostküste zu sehen gibt, ist unglaublich: das Great Barrier Reef, tropische Regenwälder, Traumstrände bei den Whitsunday Islands, Partyorte wie Cairns oder die Gold Coast, und noch tausend Dinge mehr. Insgesamt ist das Auslandssemester in Australien für mich ein absolut unvergessliches Erlebnis gewesen und ich würde sofort wieder nach Down Under fliegen, wenn ich könnte. In Sydney zu leben, war einfach traumhaft, die Stadt hat wirklich alles zu bieten, was man sich wünschen kann. Weltbekannte Wahrzeichen wie das Opernhaus und die Harbour Bridge, schöne Strände, einen einzigartigen Naturhafen, der sich durch die ganze Stadt zieht, eine schicke City mit imposanter Skyline, riesige Parks, tolle Clubs und Restaurants und nicht zuletzt geniales Wetter!!! Was die Zeit aber wirklich unvergesslich gemacht hat, waren die tollen Leute, die ich in Australien kennen gelernt habe. Das waren vor allem andere internationale Studenten und Backpacker, aber natürlich auch Australier. Man muss die Aussies einfach mögen, denn es gibt auf der ganzen Welt keine anderen Menschen, die so nett und locker (oder besser „easygoing“) sind. Deswegen hoffe ich, dass ich von der „no worries“-Mentalität auch in Deutschland noch lange etwas behalten werde! Ich wünsche Euch viel Spaß beim Planen Eures Australientrips und eine großartige Zeit Down Under. Cheers mates!